SF-Fantasy.de - Lese-Tipp: Das Lied der Dunkelheit
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Originaltitel:   The Painted Man
Autor:   Peter V. Brett
Übersetzer:  
Verlag:   Heyne
Seiten:   800 S.
Genre:   High Fantasy
VÖ-Datum:   04.05.2009
ISBN:   978-3-453-52476-7
Autoren Homepage:   http://www.petervbrett.com/
     
    bestelbar bei Amazon 
       
     
UF-O-Meter:         
       
   

„Weit ist die Welt – und dunkel …“

… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen. Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben.




Endlich mal wieder ein richtig tolles Fantasy-Buch! Keine Prophezeihung, kein einsamer Held der alleine die Welt retten muss - und auch keine der zeitweise recht epidemischen Drachen.

Allabendlich wird die Welt von Horclingen heimgesucht - Dämonen, die nach Sonnenuntergang auftauchen. Den einzigen Schutz gegen die übermächtigen Elementarwesen bieten magische Siegel, mit denen Häuser und Mauern versehen sind. Und wehe wenn Siegel beschädigt, verwittert oder verschmutzt sind: dann brechen die Horclinge durch die Abwehr und töten alle, derer sie habhaft werden können.
Das Buch beginnt nach einem solchen Angriff im Holzfällerdorf bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten nach Sonnenaufgang. Die Schrecken und Verzweiflung sind mindestens so verbreitet wie die Hilflosigkeit, mit denen sich die Dörfler den Horclingen ausgeliefert sehen. Dennoch ist da der Wille, weiter zu leben.
Die Horclinge sind bereits im ersten Zeitalter bekämpft worden - nicht nur mit Verteidigungssiegeln, sondern auch mit Angriffssiegeln. Nachdem die Horclinge (wie sich inzwischen zeigte: nur fast) ausgerottet worden waren, gingen die meisten der Siegel und insbesondere die Angriffssiegel im zweiten Zeitalter, dem der Wissenschaft und Technik, verloren. Nachdem das Wiederauftauchen der Horclinge dieses Zeitalter brutal beendete, musste die Kunst des Siegelsetzens erst wieder neu erlernt werden.
Da die Menschen an jedem Abend wieder Schutz hinter siegelgesicherten Mauern sichen müssen, sind Dörfer und Städte sehr voneinander isoliert - wenn da nicht die wagemutigen Kuriere wären, die über offenes Land ziehen und sich auf den Schutz filigraner Seilzirkel und -kreise verlassen müssen. Ein durch einen unachtsamen Schritt oder vorbeilaufendes Kaninchen verschobenes Siegel oder auch nur ein Blatt, das ein Siegel teilweise bedeckt reicht, um den Schutzring fatal zu schwächen. Das Kurierleben ist dadurch entsprechend gefährlich und oft kurz.

Der Junge Arlen fragt aber, warum die Menschen die Horclinge nicht bekämpfen, und sich nur verstecken - erzählen Kuriere doch davon, dass sie manchmal gegen sie kämpfen mussten (und als Sieger aus dem Kampf hervorgingen). Als er beobachtet, wie sein Vater sich eher in Sicherheit bringt als anderen beim Angriff der Horclinge zu helfen, stellt er ihn zur Rede. Natürlich würde er kämpfen, wenn es um ihn oder seine Mutter ginge, verspricht er - doch am selben Abend muss Arlen seine Mutter aus den Klauen der Horclinge freikämpfen, während der Vater aus der Sicherheit des Siegelkreises nur zuschaut. Auch beim Transport der schwer verletzten Mutter zur nächsten Heilerin zwingt er Arlen gegen Abend zur Umkehr zum nächsten Gehöft, statt bis zur Heilerin weiterzufahren. Als die Mutter stirbt, läuft Arlen weg - alleine in den Wald, und verirrt sich dort.

Die folgenden Nächte muss er alleine unter freiem Himmel verbringen - in einem von ihm in den Sand geritzen Schutzkreis aus Siegeln. Als ein Siegel verwischt und ein Horcling anstürmt, kann er es erst in allerletzter Sekunde wiederherstellen - wobei der sich aufbauende Schild dem Horcling den Arm abtrennt, mit dem er nach Arlen geschlagen hatte. Wenige Tage danach wird er vom Kurier Ragen und seinem Jongleur aufgegriffen, der ihn mit zu sich nach Fort Miln nimmt. Dort adoptieren ihn Ragan und dessen Frau Elissa. Arlen will Kurier werden und lernen, gegen Horclinge zu kämpfen, doch stimmt er zu, zuerst als Lehrling beim Bannzeichner Cob seine mit einer Begabung in der Nutzung von Siegeln zu vervollkommnen.

Auch Rojer verliert seine Eltern bei einem Horcling-Angriff. Als sich der Jongleur Arrick (die "Honigstimme") bei Versagen der Siegel als erster in den Schutzkeller flüchtet, kann seine Mutter den kleinen Jungen gerade noch in den Keller schieben, bevor sie ein Horcling tötet, der auch Rojer zwei Finger der rechten Hand abbeißt. Bei Arrick lernt Rojer, ein leidlicher Jongleur zu werden, entwickelt sich aber zu einem beeindruckenden Fiedel-Spieler.

In einem dritten Erzählstrang verfolgen wir das Leben von Leesha, die beim liebevollen Vater und Papiermacher Erny und der auf Äußerlichkeiten bedachten Mutter Elona aufwächst. Als nach einem Angriff die alte, poltrige Kräutersammlerin Bruna (mal wieder) ihren Lehrling verstößt, springt Leesha ein, um den Verletzten zu helfen. Dadurch erhält sie Gelegenheit, als Lehrling bei der Alten anzufangen. Nach 7 Jahren ist sie seit langem die erste, die die Lehre auch vollendet. Darauf hin wird sie als Gesellin zu einer alten Freundin Brunas geschickt, um auch die Arbeit in einer Stadt und in einem Hospital zu lernen.

Nach ein paar weiteren Umwegen treffen sich die drei im Tal der Holzfäller, wo sie etwas anstoßen, das die Einstellung für immer ändern kann...




Das Buch ist extrem flüssig zu lesen - die Seiten fliegen geradezu vorbei. Dabei sind die Beschreibungen sehr lebendig und mitreißend. Man kann die Szenen direkt miterleben. Dabei wird der Leser aber nicht von der allgegenwärtigen Brutalität des Lebens in dieser Welt verschont. Zwar ergeben sich einige Lebenswendungen schon im Vorhinein erkennbar, aber viele kommen unvorhergesehen oder doch anders als erwartet.
Den Entwicklungen der drei Hauptpersonen wird über weite Teile des Buches im Wesentlichen unabhäng voneinander gefolgt, bevor sie im letzten Viertel des Buches zueinander finden und sich miteinander verflechten. Die Entscheidungen sind durch die detaillierten Vorgeschichten ungewöhnlich gut nachvollziehbar und glaubwürdig. In anderen Büchern wird dies häufig genug nur im Einführungskapitel kurz abgefrühstückt - hier ist es sehr wohltuend, dass die Charaktäre so ausführlich aufgebaut werden.

Die Welt ist ungewöhnlich, aber logisch erklärt. Alle Details passen ins Gesamtbild (und umgekehrt) - auch wenn bis zum Ende nicht alle Fragen zum Hintergrund geklärt werden. Naja, etwas soll ja auch für Fortsetzungen offen bleiben.
Zum Schluss noch der Versuch einer Kategorisierung: die Geschichte könnte als Post-Science-Ficiton Fantasy einsortiert werden. Ähnlich wie z.B. die Pern-Bücher von Anne McCaffrey sind Fantasy-Elemente bei weitem dominierend, aber gelegentlich scheint eine Zeitgeschichte durch, die nach der aktuellen Gegenwart der Erde einsortiert werden muss.

Leider endet das Buch nach "nur" 797 Seiten - zwar sauber abgeschlossen, aber immer noch viiiel zu kurz. Immerhin ist mit "Das Flüstern der Nacht" eine Fortsetzung angekündigt. Aber das Warten-müssen ist einfach grausam.


Volker
       
       
 

 

 
Weitere Bücher von Peter V. Brett:
  • Das Lied der Dunkelheit / The Painted Man
  • Das Flüstern der Nacht / The Desert Spear
  • Das Erbe des Kuriers (Novelle) / Messenger's Legacy
  • Der Thron der Finsternis / The Skull Throne (Demon Cycle 4)
  • Das Leuchten der Magie / The Core (Part 1)
  • Die Stimmen des Abgrunds / The Core (Part 2)

     




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