SF-Fantasy.de - Lese-Tipp: Der Räuberbräutigam
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Originaltitel:   The Robber Bridegroom
Autor:   Eudora Welty
Übersetzer:   Hans J. Schütz
Verlag:   Klett-Cotta
Seiten:   156 S., geb. mit Schutzumschlag
Genre:   Märchen Fantasy Liebesgeschichte
VÖ-Datum:   25.07.2015
ISBN:   978-3-608-96028-0
Autoren Homepage:   https://de.wikipedia.org/wiki/Eudora_Welty
     
    bestelbar bei Amazon 
       
     
UF-O-Meter:         
       
   

Der Räuberbräutigam von Eudora Welty kam gerade bei Klett-Cotta als Neuauflage im neuen Gewand heraus. Als gebundene Ausgabe mit grünem Schutzumschlag und schiefem Titelschriftzug auf dem Cover wie auf dem Buchrücken. Und spiegelt damit auch die Art der Geschichte wieder, die nicht auf dem geradesten Weg verläuft und sehr eigenwillig ist.
Die märchenhafte Novelle, versetzt eine Grundidee aus den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm in das Gebiet des Mississippi Anfang des letzten Jahrhunderts.


Clement Musgrove ist ein erfolgreicher Farmer und zu Geld gekommen, Das hat er nicht zuletzt seiner ambitionierten 2. Ehefrau Salome zu verdanken, die nie zufrieden ist mit dem was sie haben, sondern stets nach mehr strebt. Ihre Stieftochter Rosamond ist ihr dabei ein Dorn im Auge und so versucht sie das Mädchen in immer gefährlichere Situationen zu bringen. Doch diese ist beschützt durch ein Amulett ihrer verstorbenen Mutter.
Auch Clement kommt auf seinen Geschäftsreisen in manch gefährliche Situation. Obwohl er bei der Wahl seiner Unterkünfte vorsichtig ist, gerät er in Gefahr als er mit zwei zwielichtigen Männern ein Zimmer teilen muss, von denen einer es auf seine Leben und sein Gold abgesehen hat. Sein Retter heißt Jamie Lockhart, aber er ahnt nicht, dass eben jener ein ebenso gefährlicher Räuber ist wie der, dem er gerade entkommen ist.
Wie es der Zufall will, begegnet dieser dann auch Clements Tochter, gerade als diese ihres Amuletts bestohlen, durch die Wälder zieht, um den Aufgaben ihrer Stiefmutter nachzukommen. Dort verliert sie nicht nur ihre Kleider, sondern auch ihre Unschuld und landet letztendlich in der Räuberhütte ihres doch nicht ganz uncharmanten Peinigers, der aber als Räuber unkenntlich im Gesicht mit Beerensaft beschmiert ist.
Clement indessen erhofft sich Hilfe von seinem Retter Jamie und verspricht ihm die Hand seiner Tochter als Belohnung, wenn er den Räuber findet und ihm seine Tochter zurück bringt.
Mitten im Geschehen sind die gesamte Räuberbande, ein einfältiger Bursche namens Böckchen, Brudermörder Kleine Harfe, ein Postreiter und jede Menge wilde Indianer.
Parallelen zum Grimmschen Räuberbräutigam sind unter anderem der Vogel – in dem Fall ein Rabe, der immer wieder warnt: „Kehr um, mein Liebling, geh zurück nach Haus.“ Aber auch die Szene im Räuber-Haus, als sie sich hinter dem Fass versteckt währen ein anderes geraubtes Mädchen ihr Leben verliert. Die Handlung ist dabei märchenhaft brutal, doch die Szenen werden nicht detailliert und blutig ausgeschlachtet, sondern im Gegenteil nur ausgesprochen informell formuliert.

Was dieses Buch jedoch nicht ist, es ist nicht halb so himmelschreiend komisch wie im Pressetext angekündigt! Nur damit keiner das Falsche erwartet. Wahnwitz wie auf dem Klappentext geschrieben, trifft es da schon eher. Einfallsreich ist es auf jeden Fall, auch wenn viele der Ideen merkbar bekannten Märchen entliehen sind.

Sprachlich ist das Buch am Anfang etwas holprig zu lesen, da es allen zeitgenössischen Lesegewohnheiten widerspricht. Aber man gewöhnt sich schnell an die verschwurbelten Sätze und die altmodische Bildsprache. Ich bin mir sicher, dass gerade das vielen Lesern besonders gut gefallen wird. Dem Alter der Geschichte ist es auch zuzuschreiben, dass die Beschreibungen aus heutiger Sicht nicht mehr alle wirklich politisch korrekt sind. Südstaaten eben, da ging es nicht ohne Sklaven und Wilde in die Beschreibungen mit einzubeziehen. Immerhin sind die Weißen auch nur Räuber und Verräter in der Geschichte. Insgesamt ist es schon sehr interessant, in eine andere Zeit einzutauchen, diesen alten Stil wiederzuentdecken und einmal etwas ganz anderes im phantastischen Bereich zu lesen.

Immerhin soll dieses Büchlein der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Südstaaten-Autorin und Fotografin als Vorlage für die Brautprinzessin von William Goldman gedient haben. Schon deshalb gehört es eigentlich zur Pflichtlektüre eines jeden Fantasy-Lesers, die zudem mit ca. 150 Seiten die Lektüre leicht zwischendurch zu bewältigen ist.

K. Tanger



       
       
 

 

 


 




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