SF-Fantasy.de - Kino-Tipp: Krabat
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Originaltitel:   Krabat

bestelbar bei Amazon
Land:   Deutschland 2008
Länge:   120 Min.
Genre:   Fantasy Märchen
dt. Kinostart:
DVD-Veröffentlichung:
  09.10.2008
27.03.2009
Regie:   Marco Kreuzpaintner
+   +
Darsteller:   Daniel Brühl (Tonda), Robert Stadlober (Lyschko), Charly Hübner (Michal), David Kross (Krabat), Tom Wlaschiha (Hanzo), Christian Redl (Meister), Anna Thalbach (Worschula), Hanno Koffler (Juro), Paula Kalenberg (Kantorka), Mac Steinmeier (Tod), Tom Lass (Kubo), Moritz Grove (Merten), Daniel Steiner, David Fischbach, Daniel Fripan, Sven Hönig, Stefan Haschke, Tom Wlaschiha (Hanzo)
    Ab 12 Jahren

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verliert der 14-jährige Krabat seine Mutter an die Pest. Maskierte Männer holen ihre Leiche ab, zünden das Haus an und wollen Krabat mitnehmen, doch der flieht.
Er schließt sich zwei vagabundierenden Jungen an und zieht mit ihnen bettelnd durch die Lande. Eines Nachts wird Krabat von einer inneren Stimme, die ihn zu einer geheimnisvollen Mühle lockt, aus dem Schlaf gerissen. Dort angekommen bietet ihm der Müllermeister an, bei ihm in die Lehre zu gehen. Krabat willigt freudig ein.
Hier scheint er es gut gefunden zu haben: ein Bett zum Schlafen und warmes Essen jeden Tag! Nur fragt sich Krabat, warum ihn die anderen Müllersburschen mit misstrauischen Blicken mustern und nicht willkommen heißen wollen. Aber es bleibt ihm nicht viel Zeit, sich hierüber Gedanken zu machen, denn sofort beginnt der Alltag auf der Mühle.
Die Aufgaben sind hart, der Meister unerbittlich mit den Gesellen. Doch Krabat packt tatkräftig an. Schließlich will er dem Meister seine Dankbarkeit beweisen. Schon bald lernt Krabat das Geheimnis der Mühle kennen: Sie ist eine Zauberschule, die der „Dunklen Seite“ angehört, ein Hort der unseligen Schwarzen Magie.
Einmal im Jahr fordert der Meister seinen besten Schüler zum tödlichen Wettstreit
heraus, um so sein eigenes Leben um ein weiteres Jahr verlängern zu können.
Krabat sieht seinen engsten Freund sterben und erkennt, dass es an ihm ist, nicht der zerstörerischen Macht der Schwarzen Magie zu verfallen, sondern den Meister zu bekämpfen und zu besiegen. Dazu benötigt er jedoch Verbündete, aber er weiß nicht, ob er seinen Kameraden trauen kann. Die einen sind zu schwach, andere scheinen dem Müller bereits ihre Seelen verkauft zu haben...



Krabat ist einer der Filme des Jahres auf den ich mich am meisten gefreut habe. Nicht nur, dass der Roman in meinem Geburtsjahr herausgekommen ist und der Autor aus der selben Gegend kommt aus der auch meine Mutter stammt, der Stoff ist wirklich vielversprechend und spannend und ist mir schon in verschiedenen anderen Variationen über den Weg gelaufen. Einmal als Animationsfilm nach Preusslers Romanvorlage (Krabat, CSSR, 1977 unter der Regie von Karel Zeman), welcher hohe Maßstäbe vorgab, und als Realverfilmung Die schwarze Mühle (DDR 1975) die auf dem gleichnamigen Roman von Jurij Br?zan basiert an die ich mich leider nur noch schwach erinnern kann. Außerdem mag ich Kinderbuchverfilmungen und hoffe bis zum nächste LFA auch Tintenherz vorstellen zu können.

In diesem Artikel werde ich versuchen Film und Buch gegenüberzustellen, deshalb ist es nicht zu vermeiden, dass Spoiler enthalten sind. Wer also Buch und Film noch nicht gelesen und gesehen hat und dies unbeeinflusst tun möchte, sei gewarnt!
Der 14-jährige Krabat hat seine Mutter verloren (im Buch waren es die Pocken, im Film die Pest) und zieht nun mit zwei ungefähr gleichaltrigen Leidensgenossen von Dorf zu Dorf, um sich als Sternsänger durch den Winter zu schlagen. Eine geheimnisvolle Stimme sucht ihn heim, die nur er hören kann und die ihm viel verspricht, wenn er ihr nur folgen und zu einer Mühle am Koselbruch kommen würde. Krabat folgt der Stimme, verlässt im Schutze der Dunkelheit heimlich seine Kameraden und macht sich auf den Weg. Er findet die Mühle, wo ihn der Müllermeister schon erwartet. Als er ihm eine Lehrstelle anbietet und fragt: „Und was soll ich Dich lehren? Das Müllern – oder auch alles andere?“, schlägt Krabat ein: „Das andere auch.“, und der Bund ist besiegelt. Krabat merkt erst nach und nach auf was er sich eingelassen hat...

Der Film ist bei weitem nicht so werksgetreu wie er angeblich sein soll, was ich aber grundsätzlich nicht als störend empfinde. Man kann einfach nicht alle Begebenheiten aus einem Buch in einen Film verfrachten, sei es weil der Film dann zu lang werden würde oder weil einige Geschichten schwer umzusetzen wären und die Grundstimmung vielleicht zerstört hätten.

So fehlt z.B. der Ausflug des Meisters mit Krabat an den Dresdner Hof des Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August I. (August der Starke), was sicher nicht so einfach umzusetzen gewesen wäre, da der Film an sich recht düster und erdfarben gehalten ist und das pompöse bunte Leben bei Hofe sicher ein ziemlich harter Schnitt gewesen wäre.
Dafür gibt es einen Überfall auf das Dorf Schwarzkollm, den die Müllersburschen durch ihre Zauberkräfte abwehren können, den es so im Buch nicht gegeben hat. Im Gegenteil, im Buch weigert sich der Meister sogar, dem niederen Dorfgesinde zu helfen und jagt sie mit seinen Methoden davon...
Auch insgesamt ist die Handlung gestrafft. Personen oder Beziehungen, die im Buch eine kleinere Rolle spielen, bekommen mehr Gewicht, andere Personen werden mehr in den Hintergrund gestellt, da sie an Bedeutung verlieren.
So bekommt die Beziehung von Tonda und Worschula mehr Gewicht. Tonda ist der Altgesell der Mühle und stellt für den Meister die größte Gefahr dar, denn er ist der beste Schüler in der schwarzen Kunst, stellt sich seinem Meister aber entgegen, heimlich indem er seinen Kameraden hilft und durch seine Beziehung zu dem Dorfmädchen Worschula, die wir im Film weit näher kennenlernen dürfen als im Buch. Der Meister duldet keine Beziehungen zu den Dorfmädchen und das aus gutem Grund. Ist das doch in der Version von Otfried Preussler die einzige Möglichkeit seine Macht zu brechen!
Denn Marco Kreuzpaintner stellt mit seiner Verfilmung die LIEBE klar in den Vordergrund der Handlung, wo im Buch meiner Meinung nach die FREUNDSCHAFT in den Mittelpunkt gerückt ist und die Liebe nur das i-Tüpfelchen auf die Freundschaft darstellt, als etwas einmaliges und besonderes. Denn nicht nur ohne die Liebe sondern auch ohne gute Freunde, wäre es unmöglich den Meister zu überwältigen. Dessen ist sich der Meister auch bewusst, weshalb er auch immer wieder Misstrauen unter die Müllergesellen streut. Für Krabat gibt es jedoch einen, dem er vertrauen kann und das ist Tonda. Von Tonda lernt er alles über die Hintergründe der Mühle. Mit Tonda verlebt er seiner erste Osternacht, wo er im Film das erste Mal seinen Körper verlässt und der Kantorka, der Vorsängerin begegnet und sich unsterblich in sie verliebt. Tonda schärft ihm auch ein, dass er auf gar keinen Fall den Namen des Mädchens an den Meister verraten darf, da der sonst Macht über sie bekommen und sie töten würde. Deshalb will Krabat den Namen seiner Freundin nicht wissen, und bleibt bei ihrer Bezeichnung Kantorka - Die Vorsängerin, denn was man nicht weiß kann man unter keinen Umständen verraten... Tonda und Worschula haben leider weniger Glück und als man Worschula tot im Wasser findet, ist Krabat klar WIE ernst die Lage steht. Die Jahreswende steht vor der Tür und fast ist klar, wen es diesmal treffen würde... Krabat ist nun allein und weiß nicht wem er trauen kann, doch ausgerechnet in dem schwachsinnigen Juro findet er einen Verbündeten, der lange nicht so dumm ist wie er tut. Denn er hat begriffen, dass die besonders schlauen Gesellen die größte Gefahr für den Meister darstellen und alljährlich dem Herrn Gevatter geopfert werden, mit dem wiederum der Müller einen Pakt geschlossen hat.

Während Tonda und Juro im Film stärker hervortreten, verliert sich Michals Rolle fast ganz und er ist ‚nur’ noch der Bruder von Merten... Später schlüpft dann Krabat selber in die Rolle des Freundes und Vertrauten als auch sein früherer Gefährte Lobosch dem Ruf des Meisters folgt und in der Mühle eintrifft.

Irgendwann kommt wie es kommen muss, der Meister bemerkt nicht nur die ausgesprochen hervorragenden Leistungen Krabats, sondern auch dass es da jemanden geben muss, der ihm sehr viel bedeutet. Er versucht mit allen Mitteln Krabat eine Falle zu stellen. Als er feststellt, dass ihm das nicht gelingt, versucht er Krabat mit dem Versprechen auf Macht und seine Nachfolge als Meister der Mühle auf seine Seite zu locken, denn die Verlockungen der Macht sind das 2. zentrale Leitthema in der Geschichte, im Film wie auch im Buch. Doch Krabat lehnt ab und zum Schluss kommt Hilfe von einer Seite von der Krabat es am wenigsten erwartet hätte und die Kantorka taucht vor der Mühle auf, um Krabat vom Meister freizubitten. Sie muss sich einer Prüfung unterziehen, die sie mit der Macht der Liebe besteht. Letzteres wird für meinen Geschmack etwas zu sehr betont, man hätte da dem Zuschauer vielleicht etwas mehr Erkenntnisfähigkeit zutrauen sollen, denn der Abschlusssatz wirkte sehr aufgesetzt. Für mich einer der wenigen Minuspunkte des Films. Ein anderer ist der stilistisch wirklich unpassende Abspannsong „Allein, Allein“ von Polarkreis18 der sogar noch den Abspannsong von Ladyhawk/Der Tag des Falken an Stilbruch übertrifft.

Die Special Effects sind gezielt und passend eingesetzt, nicht zuviel und nicht zuwenig. Wirklich toll gemacht ist die Szene in der Krabat zum ersten Mal vom Meister als Rabe in die Lüfte gestoßen wird. Generell sind die 5 Kolkraben, die von einem Tiertrainer aus Österreich stammen, toll in Szene gesetzt. Und auch die Flugaufnahmen aus der Sicht der Raben/Müllergesellen sind schön gemacht. Ein weiteres Highlight, ist als Tonda und Krabat außerhalb ihres Körpers zum ersten Mal auf die Kantorka treffen.
Auch die Darsteller sind hervorragend ausgewählt und geben alle ihr bestes den Romanfiguren ein glaubwürdiges Leben einzuhauchen. Paula Kalenberg sieht einfach wirklich wie die fleischgewordene Heldin eines solchen Märchenfilms aus. Der Meister ist finster und auch die Burschen sehen aus, wie man sich Müllersburschen aus der Zeit vorstellen mag – okay wahrscheinlich dreckiger als man sie sich vorstellen würde... aber die Figuren fühlen sich wirklich echt an und man fiebert mit ihnen mit.

Abgesehen von den klitzekleinen Kritikpunkten ist der Film sehr gut gelungen. Er hat Atmosphäre, ist eigenständig und trotzdem nicht konträr zum Buch. Die Stimmung ist noch düsterer als das Buch und was der Autor mit Worten ausdrückt, unterstreicht der Film zusätzlich mit starken symbolischen Bildern. So ist es z.B. das 13. Grab, dass den Meister zum Verhängnis wird (wenn ich mich nicht verzählt habe). Die Farben sind wärmer, je positiver die Figuren sind. Rot steht natürlich für die Liebe! Ein wirklich gelungener Film, der sicher auch international Anerkennung erringen wird. Endlich mal ein deutscher Film, der sich einem phantastischem Thema annimmt, ohne dabei ins lächerliche, kitschige und unfreiwillig komische abzugleiten. Einen Film, den jeder Phantastik-Fan unbedingt gesehen haben sollte. Für Krabat-Fans sowieso ein Muss...

Kirstin Tanger, erschien im Sept. 2008 im Let's Filk About #15
Offizielle Homepage:   http://www.krabat-derfilm.de
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v.l.n.r. Christian Redl (Meister), David Kross (Krabat, älter)
© 2006 Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion / Marco Nagel




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